Melodie & Rhythmus

Rainald Grebe & das Orchester der Versöhnung sezieren die »Berliner Republik«

25.02.2014 12:01

Rainald GrebeDie Bundestagswahl ist gelaufen, jetzt steigt Rainald Grebe in seine Kutsche auf dem Brandenburger Tor, drischt auf die Gäule ein und es geht keinen Meter vorwärts – wie schon lange Zeit in der Politik. Im Refrain eines seiner populären Songs, »Brandenburg«, heißt es: »In Berlin kann man so viel erleben.« Genau! Und um diese Erlebnisse und Ereignisse jüngeren Datums im Berliner Politikdschungel geht es in Rainald Grebes neuem Programm, »Berliner Republik«, das er ab April mit dem Orchester der Versöhnung deutschlandweit vorstellen wird. Rainald dazu: »Ganz grob gesagt geht es um das Private und den Staat. ›Berliner Republik‹, ist die Welt, in der wir im Moment leben. Eine Art Zustandsbeschreibung. Wir versuchen die Stimmung des vergangen Herbstes einzufangen und in unser Programm zu gießen. Das Private sollte mal politisch sein, dann war es nur privat, jetzt soll es das Private nicht mehr geben, heißt es, und das ist dann wieder politisch, wie krieg ich denn einen Schimmer von Gesellschaft in einen Song, ich bin grad verliebt, in der Türkei sind 68°, mein Nachbar hat sich getrennt, und kann man sich dazu bewegen?« Im neuen Programm beweist Rainald Grebe wieder einmal mehr, dass Pop und Kabarett kein Widerspruch sein müssen: Da er während des Bundestagswahlkampfs anfing, über das neue Programm nachzudenken, hat er ein Lied zur Lage der Nation geschrieben – eine gesungene Statistik der Berliner Republik. »Eine Million gehen täglich in den Puff. 74.000 sterben jährlich am Suff. Sieben Millionen sind im Fitnessclub«. Er sagt: »Die großen Themen – die sind ja auch da, im Privaten. Das kann man ja nicht trennen. Das interessiert mich – die Abwesenheit von Politik, die dann doch nicht abwesend ist.« Allerdings: Auf eine politische Richtung lässt und will sich Rainald Grebe nicht festlegen. »Also, diese alten Gewissheiten, dass man sagt, Kabarett ist SPD oder links, das ist mir so fremd – das entspricht nicht meiner Realität, wenn man das so sagen darf.«

Text: Thomas König, Foto: Gesa Simons

Der Artikel erscheint in der Melodie&Rhythmus 2/2014, erhältlich ab dem 28. Februar 2014 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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