Melodie & Rhythmus

Die »rote Gefahr« von der Upper West Side

15.12.2020 14:01
Foto: Imago

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Fortschrittliche Kräfte beschwören eine Renaissance des Sozialismus in den USA, aber die frohe Botschaft erweist sich vorwiegend als Hype linksliberaler Medien

Norman Philippen

Die Meinungsforscher der Washingtoner Gallup-Organisation resümierten im November 2019, der Sozialismus sei unter jungen US-Amerikanern seit 2010 so populär wie der Kapitalismus. Die zwischen 1965 und 1980 geborene Generation X votierte im gleichen Zeitraum konstant mit 34 Prozent für ein sozialistisches Wirtschaftssystem. Anzeichen für die wachsende Popularität des Sozialismus gibt es viele. So etwa die seit Trumps Wahl auf heute über 70.000 verzehnfachte Mitgliederzahl der Democratic Socialists of America (DSA), die Gründung zahlreicher Zeitschriften, Onlinemagazine und Podcasts mit mehr oder weniger sozialistischem Programm, die breite Unterstützung der Black-­Lives-Matter-Bewegung (BLM), deren Initiatoren sich als marxistisch geschult bezeichnen, Hollywood-Stars, die einen »demokratischen Sozialismus« bewerben, während in Metropolen wie New York Sozialist zu sein als hip gilt und man Gleichgesinnte inzwischen gar über die Onlinedatingplattform Red Yenta kennenlernen kann.

Die französische Journalistin Laura Raïm spricht im Interview mit der Zeitschrift L’Anticapitaliste von einer »Renaissance, wie wir sie in der US-Linken seit Mitte der 60er-Jahre nicht mehr erlebt haben«. Diese Einschätzung hat auch Michael Kazin, Historiker und Mitherausgeber des Politmagazins Dissent, der die politischen Entwicklungen für die radikale Linke als heute »sogar noch vielversprechender« einstuft. Diese begannen für Raïm nicht nur mit der Krise von 2008, sondern setzten sich mit zahlreichen Bewegungen fort – von Occupy und BLM über die Kampagne für die Erhöhung des Mindestlohns Fight for $ 15 und die BDS-Bewegung für Solidarität mit Palästina bis hin zum Kampf von Standing Rock gegen die Dakota-Access-Pipeline. Occupy gilt hierbei als Moment der Politisierung einer ganzen Generation, die dann (Online-)Zeitschriften wie Jacobin, Current Affairs, Catalyst, The New Inquiry und Viewpoint Magazine hervorbrachte. …

Der komplette Beitrag erscheint in der Melodie & Rhythmus 1/2021, erhältlich ab dem 18. Dezember 2020 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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