Melodie & Rhythmus

»Komm, wir schlachten die Uhr«

11.12.2018 14:58
Foto: 771826_original_r_k_b_by_harm michaelis_pixelio.de Harm Michaelis / pixelio.de

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Von den Schwierigkeiten eines differenzierten Umgangs mit der DDR-Kultur − unter Berücksichtigung des Gundermann-Films

Gerd Schumann

Der Kommunismus, das schwer zu machende Einfache, hat verloren, und das, obwohl er »vernünftig« ist und jeder ihn versteht, wie Bert Brecht meinte. Auch Gerhard Gundermann hat verloren. Zumindest lässt Regisseur Andreas Dresen in seiner Filmbiografie über den DDR-Liedermacher den Protagonisten resümieren: »Ich gehöre zu den Verlierern. Ich habe auf das richtige Pferd gesetzt, aber es hat nicht gewonnen.« Das Richtige blieb auf der Strecke und mit ihm das »Vernünftige«, um nicht zu sagen: die Vernunft.

Gerhard Gundermann spricht eine Erkenntnis von historischer Dimension gelassen aus. Würde sie Allgemeingut werden, dann gnade Gott dem aus der Zeit gefallenen alten Gaul namens »Kapitalismus«. Aus dessen Sicht hat das erste Rennen gefälligst auch das letzte gewesen und die Geschichte abgehakt, folglich jegliche Überlegung zu einem eventuellen Neustart Unsinn zu sein und der unterlegene Gaul als ein unterernährter Klepper zu erscheinen. So die Denkregeln. Alles andere als eine Anpassung an sie ist unzulässig und wird mit Verachtung und Ächtung nicht unter »lebenslänglich« bestraft.

Dieser nun über bald drei Jahrzehnte festgezurrte Zustand schließt Regelbruch zugunsten des unterlegenen Gauls nicht nur nicht aus, sondern verlangt geradezu nach ihm.

Der komplette Beitrag erscheint in der Melodie & Rhythmus 1/2019, erhältlich ab dem 14. Dezember 2018 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

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