Melodie & Rhythmus

Kampf um »Hearts and Minds«

30.12.2014 11:06

1Ein Kongress analysierte moderne Kriegsprapoganda-Strategien

Unter dem Motto »Wi(e)der die Großmacht!« lud der Tübinger Verein Informationsstelle Militarisierung (IMI), ein Thinktank der Friedensbewegung, im November zur Auseinandersetzung mit dem deutschen Elitenkonsens für eine neue Großmachtpolitik ein.

Nach einem heiteren Auftakt mit dem satirischen Programm »Gauck im Glück: Ein Abend zur Lage der Nation« wurde es an den zwei folgenden Tagen ernst. In den mehr als einem Dutzend Vorträgen war die Rolle der Medien beim Aufbau von Bedrohungsszenarien, durch die Kriegseinsätze legitimiert werden sollen, ein wichtiges Thema. IMI-Vorstandsmitglied Claudia Haydt sezierte in einem Vortrag mit dem Titel »Mediale Kriegstrommeln: Ideologieproduktion an der Heimatfront« massenmedial aufbereitete Lügen – beispielsweise der Bush-Administration über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak –, Kampagnen zur Heroisierung des eigenen Militärs und Dämonisierung der Friedensbewegung. Schlagzeilen wie »Stoppt Putin jetzt!« (Der Spiegel) oder »Eingreifen! Jetzt« (taz) wurden als »Teil der Eskalationsstrategie« kritisiert. Eine Netzwerkanalyse zeigte, dass viele der verantwortlichen Journalisten Mitglieder in transatlantischen und sicherheitspolitischen Elitezirkeln sind – etwa Klaus-Dieter Frankenberger, der in der FAZ schrieb, man dürfe den »Meinungskampf« um die »hearts and minds« an der »Heimatfront« nicht scheuen.

red

Der Beitrag erscheint in der M&R 1/2015, erhältlich ab dem 5. Januar 2015 am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel oder im Abonnement. Die Ausgabe können Sie auch im M&R-Shop bestellen.

Anzeigen

Che: Die ersten Jahre

Anzeige junge Welt
logo-373x100
Facebookhttps://www.facebook.com/melodieundrhythmus20Twitter20rss
flashback

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

M&R Aktuell

zuckermann

Deutsche Abgründe


Ein kleiner Schritt für Frankfurts Bürgermeister, ein großer Sprung für deutsche Normalisierer: Uwe Becker (CDU) demonstriert neues-altes Selbstbewusstsein und erklärt jüdische und andere Israelkritiker kurzerhand für »nicht willkommen« in seiner Stadt. Zu den unerwünschten Personen gehört der israelische Historiker und Sohn von Holocaust-Überlebenden Moshe Zuckermann, der in Frankfurt aufgewachsen ist. M&R bat ihn um eine Replik.

»Entscheidend ist, welche Haltung wir einnehmen«


Gespräch mit Susann Witt-Stahl. Über Gegenkultur, Ideologiekritik und notwendige neue Impulse für den Kulturjournalismus
Aus: junge Welt vom 25.03.2017, Wochenendbeilage

Aktuelle Ausgabe bestellen*

1. per Mail: abo@melodieundrhythmus.com
2. per Telefon: 030/ 53 63 55 37
3. per Telefax: 030/ 53 63 55 51
4. per Post: Verlag 8. Mai GmbH, Torstr. 6, 10119 Berlin
5. im M&R-Shop

*Preis 6,90 Euro inkl. 7% MwSt. zzgl. Versand 1,80 Euro

Ältere Ausgaben im M&R-Shop nachbestellen.
M&R Shop

M&R im Interview

Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Kritischer Musikjournalismus in ideologisch angespannter Zeit.

Interview lesen
 
Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Über die neu ­gestaltete Musikzeitschrift Melodie und Rhythmus, Walter Ulbricht und Iron Maiden, Rock’n’Roll und Krieg, marxistische Ästhetik und Neoliberalismus, Straßen-Rap und Adorno.

Interview lesen
 
"Wir frönen nicht irgendeiner Nostalgie"
Ein politisches Musikmagazin mit DDR-Wurzeln erfindet sich neu: Melodie & Rhythmus (M&R) hat seinen Look und seine Inhalte überarbeitet. medienmilch.de sprach mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl über die Details: Interview lesen
 
• Wie sich Musik und Politik vereinbaren lassen, behandelt das Magazin “Melodie & Rhythmus” in seiner aktuellen Ausgabe. Radio F.R.E.I. hat mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl gesprochen.
Radiointerview anhören