Festival Musik und Politik – das engagierte Lied zwischen Tradition und neuen Herausforderungen
Text: Thomas Wagner
Angesichts der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise vertrauen immer weniger Menschen auf die Konsumversprechen des freien Marktes und fragen wieder ernsthaft nach solidarischen Alternativen zum real existierenden Kapitalismus. Vielen Künstlern geht es da ganz ähnlich.
»Wer in dieser Zeit nicht seine Stimme erhebt für eine friedvolle Welt und gegen den Wahn der Menschheit, sich selbst und die Erde durch Gier und Dummheit gezielt zu vernichten, der hat es nicht verdient, eine öffentliche Stimme zu haben«, sagte Konstantin Wecker. …
In den Medien werden zur Zeit Musikindustrie und Musikjournalismus heftig kritisiert. Dass die damit verbundenen Probleme keineswegs neu sind und nicht nur für kapitalistische Verhältnisse typisch, belegen unsere beiden historischen melodie&rhythmus-Beiträge: Der bekannte Fernsehkommentator Karl-Eduard von Schnitzler beklagt in der m&r vom Dezember 1962 die »Einheitssoße« der Tanzmusikschaffenden. Er hält ihre Musik für »zu brav-langweilig!«. Benno Bogenschütz kritisiert in der m&r 1963 die Musikkritiker seiner Zeit als wohlwollende Plauderer, die »jegliches Inserat der Schallplattenfirma überflüssig machen«. Uns ist bewusst, dass auch m&r da Schwächen hat. In der Diskussion wollen wir …
Louis Armstrong auf DDR-Tournee
Text: Arnold Schölzel
In Selma/Alabama findet am 7. März 1965 ein Protestmarsch gegen Rassendiskriminierung statt, der als »Blutiger Sonntag« in die Geschichte eingeht. Am 9. März setzt sich Martin Luther King an die Spitze eines Marsches bis zum Ort der Prügelorgie, die einen Toten gekostet hat. Dann entscheidet ein Bundesrichter, dass die Demonstranten das Recht haben, in die Hauptstadt des Bundesstaates Montgomery zu marschieren.
Am 21. März setzen sich 3200 Menschen in Selma in Bewegung, als sie am 25. März in Montgomery ankommen, sind sie 25000. Am 15. März …
Text: Hollow Skai
Als Ton Steine Scherben am 3. September 1970 die Bühne des von Beate Uhse gesponserten Festivals der Liebe betraten, kursierten im Publikum bereits Gerüchte, dass viele der angekündigten Bands wie Taste, Rod Stewart oder Emerson, Lake & Palmer nicht mehr auftreten würden. Die Stimmung war hochexplosiv, und es bedurfte nur mehr eines Funkens, um alles in Brand zu setzen. Der Sänger der Kreuzberger Polit-Rock-Band, die hier auf Fehmarn zum ersten Mal überhaupt auftrat, nutzte die Gunst der Stunde und wiegelte die Fans auf: »Hauen wir die Veranstalter ungespitzt …
Langsam aber gründlich: Gespräch mit Peter Gabriel über sein Arbeitsethos, die Zusammenarbeit mit Musikerkollegen und soziales Engagement
Text: Dagmar Leischow, Foto: EMI Music
Er wirkt sanft und redet leise. Dabei weiß Peter Gabriel (60) ganz genau, was er will. Die Coversongs für seine CD »Scratch My Back« nahm er mit einem Sinfonieorchester
auf. Er ließ sich dafür Zeit, weil er ein Perfektionist ist. Halbe Sachen macht er prinzipiell nicht. Darum verzichtete er lieber auf eine Tournee mit seiner alten Band Genesis.
Mr. Gabriel, wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine CD ohne Gitarre …
Die Rockszene Israels entwickelt sich positiv
Text: Franz X.A. Zipperer
Tel Aviv ist eine junge und lebendige Stadt. Man glaubt, ihre Bewohner würden niemals schlafen – als lebten sie nach dem Motto: »Wir haben keine Zeit«. Zwei typische Vertreter dieser Lebensart sind Billy Levy, Videokünstlerin sowie Frontfrau und Gitarristin von Billy & The Firm, sowie Asaf Avidan, Sänger und Gitarrist der Band The Mojos. m&r sprach mit ihnen über die noch kurze Geschichte der israelischen Rockmusik.
Musizieren unter Militäraufsicht
»So quirlig und bunt, wie man die Szene heute in Tel Aviv, der säkularsten Stadt …
Auf der Leipziger Buchmesse werben über 2000 Verlage um die Gunst der Leser
Text: Christian Hentschel
Für Literaturfreaks, Leseratten und Buchvernarrte sind die Monate März und Oktober besondere Zeiträume, die Buchmessen in Leipzig (März) und Frankfurt/Main (Oktober) öffnen ihre Pforten. Während die Frankfurter Buchmesse die weltweit größte ist, wird die Leipziger von vielen Besuchern und Ausstellern wegen ihrer entspannten und familiären Atmosphäre geschätzt. Wie immer das gemeint ist, immerhin zählte Leipzig im letzten Jahr 2100 Aussteller und 147.000 Besucher.
Das große Anliegen der Veranstalter ist es, das Buch in den medialen Mittelpunkt zu …
Die Letzte Instanz begeisterte erneut im Reich der Mitte
Text: Christian Hentschel
Mit ihrer ganz eigenen Mixtur aus Rock, Folk, Gothic und Pop haben sich Holly Loose (Gesang), M. Stolz (Violine), Benni Cellini (Cello), Holly D. (Gitarre), Oli (Gitarre), Specki T.D. (Schlagzeug) und Michael Ende (Bass) von der Letzten Instanz einen festen Platz in der deutschen Musikszene gesichert.
Regelmäßige Chartsplatzierungen und ausverkaufte Konzerttourneen belegen das. Ein Konzept, das auch in Asien funktioniert. Bereits zum zweiten Mal reisten die Instanzler nach China. m&r befragte Sänger Holly Loose dazu.
Ende letzten Jahres ging es für …
Wie die FDJ kapitalistische Superstars als Mittel gegen DDR-Verdruss entdeckte
Text: Gunnar Leue, Foto: JW-Archiv
Der Name »Weißensee« wurde in der Endphase der DDR zum Synonym für Westkonzerte. Hier spielten Joe Cocker und Bruce Springsteen. Heute gibt’s an diesem Ort eine »Tobewelt« für Kinder.
Berlin-Weißensee war schon zu DDR-Zeiten eine Gegend, die nicht zu den aufregendsten und spannendsten der Stadt zählte. Und doch hat der Name bis heute bei vielen Ossis über 40 einen besonderen Klang. Weißensee ist ihnen Synonym für das Westkonzert, genauer gesagt, für den Mythos »Großrockkonzert mit echten Weststars«, nicht …
Liebe Leserinnen und Leser,
uns haben sehr viele Briefe erreicht, die vor allem Sorge um die weitere Existenz der Zeitung ausdrückten und die uns Mut machten, weiter für die m&r zu kämpfen. Künftig wird die m&r zweimonatlich erscheinen, wir haben den Einzelverkaufspreis auf 4,90 Euro angehoben. Das Jahresabo (für 6 Ausgaben) kostet künftig 26,90 Euro. Freiwillig kann man aber auch das Unterstützerabo für 36,90 Euro wählen. Die Veränderung im Preis macht sich für Sie aber erst bemerkbar, wenn Ihr momentaner Bezahlzeitraum abgelaufen ist. Wenn Sie also zum Beispiel im November 2009 …












